Durchkonstruiert, als wäre der Film die Stasi selbst

Rezension: Das Leben der Anderen

Die Frage, wie das Leben in der DDR, das Leben der »anderen Deutschen«, ausgesehen habe, ist eine Frage, die viele »Wessis« den »Ossis« stellen. Denn das einseitige Bild der DDR, das man im Westen kennt, ist meist weder positiv noch zu hundert Prozent korrekt. Der Film Das Leben der Anderen des Regisseurs Florian Henkel von Donnersmarck aus dem Jahr 2007 skizziert ein realistisches Bild der DDR. Dieser Film steht damit in einer Tradition. Es gibt noch zwei weitere sehr bekannte DDR-Filme von anderen Regisseuren: Sonnenallee (1999) und Good Bye, Lenin! (2003). Diese drei DDR-Filme, die alle auf unterschiedliche Weise ein Bild des Alltags in der DDR skizzieren, bilden eine Art »DDR-Trilogie«, vergleichbar der BRD-Trilogie von Rainer Werner Fassbinder (Die Ehe der Maria Braun, 1978; Lola, 1981;  Die Sehnsucht der Veronika Voss, 1982).

Continue reading „Durchkonstruiert, als wäre der Film die Stasi selbst“

Studentische Konferenz: „Deutsche Kulturen im Fokus: Von Ikonen zur Interkulturalität?“

Autor: Dr. Thomas Ernst

Es ist eine gute Tradition, dass die Studierenden unseres dritten BA-Jahrgangs auf einer Konferenz ihre Bachelorarbeitsprojekte präsentieren und diskutieren lassen (Programm). Diese Konferenzen führen wir jährlich gemeinsam mit der Universität zu Köln durch. In diesem Jahr präsentierten die Studierenden ihre Projekte auf einer zweitägigen Konferenz im Doelenzaal der Universiteit van Amsterdam (2017 waren wir im Neuen Senatssaal der Universität zu Köln zu Gast, 2019 werden wir wieder nach Köln fahren).

Abschlussstudierende des BA Duitslandstudies mit ihrem Dozenten, Dr. Thomas Ernst (hinten mittig) und den Kommentatorinnen aus Köln, Prof. Dr. Claudia Liebrand und Dr. Angela Mielke (hintere Reihe, dritte und zweite von rechts).

Die Präsentationen gaben einen Einblick in das breite Spektrum der Themen, über die Studierende des BA Duitslandstudies an der Universiteit van Amsterdam ihre Bachelorarbeiten verfassen: Sie befassten sich mit der Ökokritik in Deutschland, deutschen Science Fiction-Adaptionen, dem Holocaustmahnmal, der Propaganda im Nationalsozialismus, dem aktuellen Netzwerkdurchsetzungsgesetz gegen Hate Speech in Sozialen Medien, dem Selbstbild der ‚Deutschtürken‘, der DDR, der jiddischen Sprache und der Gruppe der (aus Deutschland und der Schweiz ausgewanderten) Amischen in den USA. In ihren Projekten untersuchen die Studierenden literarische Texte von Johann Wolfgang von Goethe bis Feridun Zaimoglu, Autobiografien, Soziale Medien, Politikerreden, Zeitungsartikel, Filme, Songs und Märchen.

Ökokritik in der deutschsprachigen Literatur

Auffällig ist in diesem Jahrgang, dass sich eine Reihe von Projekten mit der literarischen Ökokritik beschäftigen, also mit der Frage, wie literarische Texte das Verhältnis von Natur und Kultur, von Mensch und Umwelt und insbesondere die (drohende) Umweltzerstörung thematisieren. In der Arbeit von Puck van der Weil rücken unter dem Continue reading „Studentische Konferenz: „Deutsche Kulturen im Fokus: Von Ikonen zur Interkulturalität?““